Kündigung erhalten – Was muss ich beachten?

Unverhofft kommt oft. Sie öffnen den Briefkasten und finden die Kündigung Ihres Arbeitsverhältnisses vor. Was nun? Zu beachten ist zunächst, dass Ihr Arbeitgeber die für Ihr Arbeitsverhältnis geltende Kündigungsfrist beachtet muss. Diese verlängert sich je nach Betriebszugehörigkeit auf bis zu sieben Monaten zum Monatsende, abhängig von der Dauer des Bestandes Ihres Arbeitsverhältnisses. Besteht Ihr Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate und beschäftigt Ihr Arbeitgeber mehr als zehn Vollzeitbeschäftigte (der Chef und Auszubildende zählen nicht mit, Teilzeitkräfte je nach Dauer ihrer wöchtentlichen Beschäftigung), muss Ihr Arbeitgeber ienen Kündigungsgrund haben, der Ihrem “Bestandsinteresse” überwiegt. Ein Kündigungsgrund muss in der Kündigung allerdings nicht genannt werden. Haben Sie also “Kündigungsschutz”, müssen Sie innerhalb von drei Wochen ab Zugang der Kündigung Kündigungsschutzklage erheben. Tun Sie dies nicht, wird die Kündigung auch dann wirksam, wenn es eigentlich überhaupt keinen Kündigungsgrund gegeben hat. Ist die Kümdigung aus anderen Gründen unwirksam, z.B. wegen Schwangerschaft, Betriesratsangehörigkeit oder Schwerbehinderung, gilt ebenfalls die drei wöchige Klagefrist. Haben Sie rechtzeitig geklagt, können Sie aber etwaige Unwirksamkeitsgründe im Verfahren nachschieben. Achtung! Sind Sie zum Zeitpunkt der Kündigung schwanger, weiß Ihr Arbeitgeber aber nichts davon, können Sie sich auf den Sonderkündigungsschutz wegen bestehender Schwangerschaft nur dann berufen, wenn Sie Ihrem Arbeitgeber innerhalb von zwei ‘Wochennach Zugang der Kündigung mitteilen, dass Sie schwanger sind. Bei bestehender Schwerbehinderung muss die Mitteilung über die Schwerbehinderung innerhalb von drei Wochen ab Zugang der Kündigung an Ihren Arbeitgeber erfolgen. Haben Sie eigentlich einen Abfindungsanspruch. Die Klare Anwrot lautet: Nein! Ausnahme: Es gibt einen Solzialplananspruch auf Zahlung einer Abfindung (nur denkbar in Betrieben mit Betriebsrat) oder Ihr Arbeitgeber erteilt Ihnen eine Kündigung nach § 1a Kündigungsschutzgesetz. Dieser seltene Fall ist aber nur dann gegeben, wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen aus dringenden betrieblichen Gründen kündigt und in der Kündigung gleichzeitig eine Abfindung von einem halben Gehalt pro Jahr der Betriesbzugehörigkeit verspricht, wenn Sie gegen die Kündigung nicht klagen (Vorsicht: Dies kann aus formalen Gründen scheitern). In jedem anderen Fall ist eine Abfindung reine Verhandlungssache. Haben Sie daher eine Kündigung erhalten, sollten Sie umgehend einen Fachanwalt für Arbitsrecht konsultieren, und zwar unbedingt vor Ablauf von drei Wochen ab Zugang der Kündigung. Ob Ihr Arbeitgeber sodann einen Kündigungsgrund hat, der in einem Verfahren “zieht”, ist nämlich im Regelfall durchaus fraglich. Denn die Voraussetzungen für krankheits-, verhaltens- oder betriebsbedingte Kündigungen sind wesentlich schärfer, als dies mancher Arbeitgeber sich wünschen würde. Ein erstes Gespräch mit einem Arbeitsrechtler wird auch hier für mehr Klarheit sorgen.