Verweigerung der Erhöhung der Wochenarbeitszeit kann Schadenersatzanspruch auslösen

Verweigerung der Erhöhung der Wochenarbeitszeit kann Schadenersatzanspruch auslösen Das Bundesarbeitsgericht hat in einem Urteil vom 26.01.2017, AZ 8 AZR 736/15 einem Schwerbehinderten Schadenersatz wegen unterbliebener Erhöhung der Wochenarbeitszeit zugesprochen. Der Entscheidung lag folgender Fall zu Grunde: Der Kläger war mit einem Grad der Behinderung von 50 anerkannt und bei der Beklagten als Kurier mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 27,5 Stunden tätig. Im Jahre 2013 verteilte die Beklagte ein Stundenvolum von insgesamt 66,5 Stunden unbefristet an 14 Teilzeitbeschäftigte Kuriere und schloss mit diesen entsprechende Änderungsverträge ab. Der Kläger, der mehrfach darum gebeten hatte, dass seine Wochenstundenzahl erhöht wurde, wurde hierbei jedoch nicht berücksichtigt. Der Kläger hat hieraufhin auf Erhöhung seiner wöchentlichen Arbeitszeit geklagt und auf Schadenersatzanspruch nach § 15 Abs. 1 AGG wegen der Diskriminierung als Schwerbehinderter. In der ersten Instanz wurde die Klage abgewiesen. Durch die Berufung des Klägers wurde ihm vom Landesarbeitsgericht Schadenersatz zugesprochen. Das Bundesarbeitsgericht hat die Möglichkeit eines entsprechenden Schadenersatzes zwar erkannt, ist den Schlussfolgerungen des Landesarbeitsgerichts nicht gefolgt und hat zur neuen Entscheidung zurückverwiesen. Festzuhalten ist aber, dass die Benachteiligung von Schwerbehinderten auch bei der Frage der Erhöhung der Arbeitszeit Schadenersatzansprüche für diese auslösen kann. In Zweifelsfragen können Sie sich an unsere Fachanwälte für Arbeitsrecht in unseren Standorten in Monheim, Hilden, Dormagen, Leverkusen und Solingen wenden.